Gedanken und Tränen

Ich habe mich von dir verabschiedet. Es war kein leichter Abschied. Vielleicht lag es daran, dass er so still war. Ich war die Einzige, die geweint hat. Mein einsames Weinen klang leise und verschämt auf dem stillen Platz und ich wäre lieber nicht alleine gewesen. Aber du – selbst wenn du mir hättest antworten können – du hast noch nie mit mir geweint. Du hast nie mit mir deine Trauer geteilt. Deinen Zorn. Deine Enttäuschung. Warst du traurig und zornig und enttäuscht? Du hättest all das sein dürfen und doch habe ich es nie von dir erfahren. Du warst stark. Und mutig. Und gelassen. Du warst immer freundlich und hilfsbereit und mitfühlend. Warum? Wie konntest du so stark sein, wenn ich mich jetzt so schwach fühle? Wie konntest du mitfühlend sein, wenn du doch selbst solch eine Stärke zeigen musstest? Wie konntest du nur so mutig sein im Angesicht dessen, was vielleicht geschehen würde? … Was nun geschehen ist …?

Du warst da und es war so richtig. So leicht. So miteinander. Und nun bist du fort. Einfach so. Ich habe mich von dir verabschiedet und ich verstehe es nicht. Ich weine, weil alles so unfassbar ist. So ungerecht. So endgültig. Und ich weine, weil mich dein Fehlen verletzt. Ich vermisse dich, obwohl wir uns doch eigentlich noch fremd waren. Wir kannten einander ohne einander zu kennen. Wieso nur hast du in unseren Gesprächen nie von deinen Gefühlen gesprochen? Tatsachen bekam ich zu hören. Fakten. Aber was war mit dir? Dachtest du, du müsstest immer und überall stark sein? Oder musstest du stark sein, um deine Stärke nicht zu verlieren? Ich kannte dich und kannte dich nicht. Und nun trauere ich um das, was ich nicht kennen durfte. Ich trauere um unsere gemeinsame Zeit, von der ich gerne mehr gehabt hätte. Ich trauere um das, was dir genommen wurde. Ich trauere, weil alles so ungerecht erscheint und ich trauere, weil ich nicht stark sein kann.

Ich habe mich von dir verabschiedet und ich war nicht stark. Und mutig. Und gelassen. Ich war traurig, weil du fehlst. Immer wieder fällt es mir ein und dann denke ich an dich. Und ich verspüre Trauer. Traurigkeit. Ich weine. Einfach so. Und ich frage mich, ob das nicht auch ungerecht ist. Den Menschen gegenüber, die dich wirklich gekannt und von Herzen geliebt haben. Ich hatte nur die Hoffnung, dich noch länger, noch besser kennen zu lernen. Und ich hatte dich sehr gern. Du warst eine Freundin. Und ich wollte mich nicht verabschieden müssen.

Und nun bist du hier. Nicht weit von dem Ort, an dem wir uns zum ersten Mal trafen. An dem wir uns kennenlernten. Und hier wirst du bleiben. Für mich hier für immer. Ich habe mich von dir verabschiedet. Niemand war da, der es mir erklären konnte. Ich war alleine. Mit meinen Gedanken an dich und mit meinen Tränen.

Grau in grau

Eine merkwürdige Farbe, die wahrscheinlich gar nicht als „echte“ Farbe gilt. Wenn ich aus dem Fenster schaue, vermittelt sie mir Trostlosigkeit. Ist das nun unser neuer Winter? Kein wunderbar leuchtendes fröhliches Weiß mehr, sondern grau. Und grau. Und immer noch grau? Eine weiße Welt erzählt von lachenden Kinderstimmen, von glitzernden Kristallen, von einer zugedeckten, eingehüllten Ruhe, die keine andere Jahreszeit so friedlich macht. Aber eine graue Welt, die vermeidet jedwede Einordnung. Jede Erzählung. Sie hüllt sich höchstens selbst in tiefes Schweigen und versteckt sich davor, dass man ihr zu nahekommt. Es ist, als wäre eine graue Welt selbst nicht glücklich über ihr Aussehen und ihre Wirkung. Sie wartet. Auf einen Wechsel im Wetter, einen Wandel der Farben. Sie wartet darauf, dass jemand anderes etwas aussagt, das sie selbst nicht auszudrücken vermag. Und mit der grauen Welt warten auch wir. Ein Blick aus dem Fenster genügt bereits. Schon versuchen wir, die wartende Trostlosigkeit wieder zu vergessen und uns mit anderen Dingen von der grau_sigen nichtssagenden Welt dort draußen abzulenken. Am besten mit schwarzem Text auf weißem Papier, das auf dem Bildschirm zu einem… grau… verschwimmt…

Aber die graue Farbe hat es ja auch außerhalb des Wetters nicht leicht. Grau ist immer der Bereich, über den man besser nicht redet. Grau ist das, von dem eigentlich jeder weiß, dass es nicht gut ist. In einer Grauzone tummeln sich ungute Machenschaften, von denen man weiß aber eben auch wieder nicht weiß. Grau statt weiß. Grau statt schwarz. Mitte, aber irgendwie schlecht. Wer weiß.

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Die Queste nach dem Notizblock

Ich suchte und suchte. Nein, nicht nach dem Sinn des Lebens. Den habe ich – zumindest für mich – bereits gefunden. Obwohl die philosophische Frage dazu, ob man dem Sinn dann nach dem Finden auch tatsächlich zu folgen vermag, noch immer unbeantwortet bleibt. Was, wenn das eigene Sinnvolle nicht mit der eigenen Realität zusammenpasst? Oder wenn der eigene Sinn des Lebens aus mehreren sinnvollen Teilen besteht, aber nicht alle einen Platz in der eigenen Realität finden? Wie auch immer. Genug philosophiert. Zurück zu einer anderen Suche.

Ich suchte also und suchte. Aber finden konnte ich ihn nicht. Dabei wusste ich genau, wann ich ihn zuletzt geöffnet und gebraucht hatte. Vor knapp zwei Jahren während einer Dienstreise. Die Fahrt im Zug war lang und ich hatte Zeit, meine Gedanken fließen zu lassen. Und sie flossen – in Papier. Das ist tatsächlich die idealste und langlebigste Art des Fließens.

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Gedanken über verschollenen Inhalt

Hier könnte jetzt gut ein Text über Leere stehen. Leere Seiten, leere Worte, leere Stunden…

Aber leere Seiten sind für mich im Grunde etwas Schönes, eine Herausforderung, etwas, das gefüllt werden muss um letztlich wunderbaren Buchstaben, Wörtern und Sätzen eine Heimat zu sein. Text eben. So wie dieser.

Leere Worte sind großer Mist und deshalb versuche ich, sie aus meinem Leben möglichst herauszuhalten. Klappt nicht immer, aber erstaunlich oft. Allerdings bekommt man dann merkwürdigerweise den Ruf, so überhaupt nicht gut im Small Talk zu sein. Und irgendwann will dann auch niemand mehr so recht mit einem Small Talk betreiben… Mission erfüllt, würde ich sagen. :-)

Und leere Stunden kenne ich schon gar nicht mehr. Ich meine, was bitte, ist das? Stunden, die langweilig sind, fad und öde? Kann ich davon dann bitte, bitte wenigstens eine einzige mal wieder zum Probieren bekommen? So als kleines Schmankerl zwischendurch? Falls leere Stunden sich aber auch auf die Stunden beziehen, in denen man diverse Sachen erledigt, die man selbst zwar für unsinnig hält, die aber leider dennoch gemacht werden müssen, dann danke. Und ich meine – nein, danke. Davon brauche ich wirklich nicht noch mehr.

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Das zweite Buch ...

... nimmt ein bisschen Gestalt an. Seeehr langsam und überaus gelassen, aber ja. Man sieht schon eine erste Struktur und bekommt eine Ahnung davon, wo es mit dem Buch vielleicht einmal hingehen wird. Wir (Freddy und ich) treffen uns wieder regelmäßig - je nach Wetterlage entweder online oder im Garten - zu einem "Kaffee" (der uns abends aber meistens zu spät ist, so dass ein Wasser daraus wird...), um über dies oder jenes zu reden und auch um dies oder jenes zu planen.

Unter dies - oder jenes - fiel nun eben auch der zweite Teil unserer Trilogie Feder, Pergament und Tinte, von der bisher ja nur das erste Buch fertig geschrieben ist. Und ja - eine erneute Veröffentlichung dieses ersten Teils, der ja leider (das füge ich hier mal überaus subjektiv ein) momentan nicht lieferbar ist, steht auch auf unserer ToDo-Liste. Ziemlich weit oben sogar. :-)

Auf dem bereits wieder etwas veralteten Bild, das ich hier zu meiner "Notiz" (damit in meinem Blog nicht nur "Gedanken" vorkommen, sondern tatsächlich auch mal eine "Notiz") anfüge, kann man schon eine erste einfache Struktur erahnen. V.a. dort, wo es heißt "Kapitel 14", "Kapitel 15", "Kapitel 16" ... ;-)

Weitere Details zu den Kapiteln, die wir bis jetzt ausgearbeitet haben, finden sich außerdem in einem noch sehr unübersichtlichen Text-Dokument. Und drei Kapitel sind auch tatsächlich bereits fertig geschrieben. Also ja - das zweite Buch der Reihe nimmt seeehr langsam und überaus gelassen Gestalt an. :-)

 

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